o mia bella(h)




...hat mich durch meine Kindheit begleitet. 
Vielleicht hat nur meine Mutter eine Vorliebe dafür.
Ich schätze jedoch, wenn du in den 70er oder 80er in der Schweiz geboren bist, wirst du dieses Lied mit hoher Wahrscheinlichkeit aus voller Kehle mit schmettern können. Für alle, die bisher darum herum gekommen sind: 
Dieses Lied basiert auf einem Stück Schweizer (Wirtschafts-)Geschichte. 



1948 unterzeichnete die Schweiz mit Italien ein Rekrutierungsabkommen. Als Folge kamen Hunderttausende Italiener als "Saisonniers" in die Schweiz. Meist hausten sie auf engstem Raum in Baracken, die abseits der Wohnquartiere lagen. Diese in kurzer Zeit (1950-1970) massiv ansteigende Anzahl der Ausländer von 300 000 auf eine Million schürte Ängste. Da waren plötzlich Fremde, die ganz anders waren; Ausländer, Italiener. Auf verbale Anfeindungen gegen die "Tschinggen" folgten nicht selten eine Pöbelei oder gar Prügelei. 


Gott sei Dank hat sich dieses Klima bereits in den späten 70er-Jahren geändert. 
Heute verbinden die meisten von uns positive Gefühle mit der Italianità. 
Spaghetti, Pizza und Geleit lassen uns das Wasser im Mund zusammen laufen. 
Und den Namen "bella(h)" tragen inzwischen deutsche Schnittmuster. 


Und dieses eine Schnittmuster trägt den Namen absolut zu Recht. 
Ich mag bella(h) von Prülla sehr. 
Ganz besonders hat es mir die Faltenlegung des Schulterbereiches angetan. 


Damit diese Falten jedoch schön zur Geltung kommen, braucht es einen weichen, leicht fallenden Stoff. 
Etwa Viskose, was ich bei meinem Beispiel hier verwendet habe. 
Diesen Viskosestoff Lili von Atelier Brunette kann ich übrigens für diesen Schnitt sehr empfehlen. 


Der Bellah-Schnitt ist perfekt geeignet als Einsteiger-Droge für künftige Blusen-Näh-Süchtige: 
Schlicht und simpel gehalten und doch absolut keck anzuschauen.
Bella(h) eben!


Seid lieb gegrüsst









Millie im Glitzerregen oder Millefleur Kleid


Ich schätze, es ist wohl kein Geheimnis.
Meine letzten Posts trieften ja geradezu davon.
Ich gebe es offen zu: Rüschen und ich, das ist die grosse Liebe. 
(Hoffen wir mal, das mein Mann dies nicht liest, nicht dass er sich noch auf Platz 2 versetzt fühlt!)


Unter diesen Vorraussetzungen erstaunt es kaum, 
dass bei Millie und mir vom ersten Augenblick an Funken sprühten. 
Um bei der Tochter auf Nummer sicher zu gehen, kommt unsere Millie Nr. 1 in Blau und Glitzer daher. 
Damit liege ich beim Tochterkind so gut wie nie falsch. 


Und tatsächlich die Winter-Millie wurde zum neuen Lieblingskleid erkoren. 
Die Begeisterung war so gross, dass sofort der Ruf nach einer Millie Nr. 2 laut wurde. 
Natürlich sollte sie haargenau gleich aussehen wie Millie Nr. 1. 


Zum Leidwesen meiner Tochter nähe ich höchst ungern Zwillinge. 
Wir haben uns dann auf einen Sommersweat von Hilco geeinigt, der Elemente in Blau enthält. 
Ein weiterer Glitzer-Plott durfte natürlich auch nicht fehlen. 


Bei diesem Kleid habe ich Oberteil, Rockteil und Ärmellänge um 1-2 cm verlängert. 
Das kleine Frölein braucht nämlich in der Länge bereits Grösse 7. 
In der Breite reicht Grösse 6 jedoch noch gut. 
Glück gehabt: Das Schnittmuster Millie Dress geht nämlich nur von Grösse 3-6. 
Dafür ist es for free zu haben. 


Die Millfleur Millie ist mein neues Lieblingskleid an meiner Tochter. 
Farblich würde es zwar eher in den Herbst passen. 
Doch dank der momentanen Temperaturen ist Millie 1, wie Millie 2 das perfekte Frühlingskleid. 
Sollte es tatsächlich mal wärmer werden, gibt es eine Millie Nr. 3, aber diesmal aus leichtem Jersey. 


Danke euch herzlich fürs Vorbeischauen! Ich freue mich jetzt schon darauf, 
euch bei der nächsten Vorstellung wieder in den Reihen zu begrüssen.

Glitzer- und Blumenregen und sonstige liebe Grüsse




Meine Farrah Bluse oder DER Trend im 2017


Shoppen mit Kindern sollte als vierte Disziplin beim Ironman zugelassen werden.
Da ich nicht vorhabe beim Ironman anzutreten, gehe ich folglich nie shoppen. 
Abgesehen von Stoffen versteht sich und ja, Lebensmittel kaufe ich durchaus ein. 
Keine Angst, bei uns verhungert niemand.


Kürzlich hatte ich ein Meeting in Zürich. Anschliessend bin ich all by myself durch Zürichs Innenstadt geschlendert. Ich war bass erstaunt, als mir in den Schaufenstern quasi ein Rüschenmeer entgegen wogte.
Ja klar, ich habe gelesen, dass dies ein Trend im 2017 sein soll, doch das in Real zu erleben hat mich doch überrascht.


Natürlich musste ich das ein oder andere Teil anprobieren. Bei einem Kleid à la Marie Antoinette, malte ich mir bereits aus wie ich darin meinen Kinder das Frühstücksmüsli serviere... Doch dann musste ich mir eingestehen, dass das Kleid  - so hübsch es war - schwerlich alltagstauglich sein konnte. Die Vorstellung, wie ich in diesem Kleid den Bub mit dem Fahrrad in die Kita fahre, kann nur als Slapstick-Komödie enden. Ich sehe schon vor mir wie sich das Kleid in den Speichen verheddert, mein Kopf auf dem Pedal ladet, meine Füsse auf der Fahrradgabel und wie es Junior durch die Lüfte katapultiert...


Doch Gott sei Dank kann ich nähen. Und Gott sei Dank gibt es so begabte Schnittdesignerinnen wie Gabriela von Chalk and Notch, die tatsächlich hippe und alltagstaugliche Schnitte entwirft. Von ihrem neusten Werk "Farrah" bin ich überaus angetan. Der Schnitt lässt sich sowohl als Bluse, als auch als Kleid nähen. Wie ihr sieht habe ich die Blusenversion umgesetzt. Damit die Rüschen nicht zu schwer aufliegen, empfiehlt es sich einen möglichst leichten Stoff zu verwenden. Ich habe für diesen Schnitt einen Baumwolle Voile aus dem Regal gezogen. Bei einem nächsten Mal würde ich zu Viskose-Stoff greifen, der fällt noch etwas weicher. 


Meine Bluse fällt noch einiges länger aus - vergleichbar mit einer Tunika - als sie es in der Endform tut. Während der Testphase wurde sie um etliche Zentimeter gekürzt, so dass sie nun Blusenlänge hat. Der kecke Schlitz beim Saum ist jedoch geblieben.
 Den Schnitt gibt es in zwei Varianten: Variante A, die ihr hier seht, hat Rüschenärmel. 
Variante B ist ärmellos mit einem Rüscheneinsatz am Vorderteil. 




Ich habe schwer vor Variante B in den nächsten Wochen ebenfalls zu nähen. 
Mit diesen beiden Blusen bewaffnet bin ich dann fast schon als IT-Girl unterwegs. 
Ich schätze, ich beginne besser schon mal an meinem Autogramm zu feilen ;-)

Ganz liebe Grüsse

Robin Hoodie


Ich kenne einen Robin Hoodie! 
Solltest du noch keinem begegnet sein, vertrau mir: 
Du wüsstest es spätestens nach fünf Minuten wenn einer vor dir steht. 
Wahrscheinlich wärst du bereits nach 10 Sekunden seinem Charme hoffnungslos erlegen.